


Brasiliens Landschaft ist geprägt von ausgedehnten Regenwäldern des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirgen im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.
Großstädte und Großräume
Die bevölkerungsreichsten Großräume (jeweils mit ihrer Hauptstadt) sind São Paulo mit ca. 20,5 Mio. Einwohnern (2005), Rio de Janeiro mit ca. 11,4 Mio. (2005), Belo Horizonte mit ca. 4,3 Mio. (2002), Porto Alegre mit ca. 4 Mio. (2004), Recife mit ca. 3,6 Mio. (2005), Fortaleza und Salvador da Bahia mit jeweils ca. 3,4 Mio. (2005) und Brasília mit ca. 2,2 Mio. Einwohnern.São Paulo ist die größte Stadt Brasiliens, Südamerikas und gleichzeitig auch die größte der südlichen Hemisphäre und der wirtschaftliche Motor Brasiliens. São Paulo ist das größte deutsche Investitionszentrum außerhalb der EU und den USA. Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Stadt kontinuierlich Einwanderer an, so dass sich die Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren verdoppelte. Dieser rapide Bevölkerungszuwachs brachte der Stadt eine vorrangige Stellung in Bezug auf Finanzen, Kultur und Wissenschaft ein, aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität.
Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt Brasiliens, bis im Jahre 1960 Brasília zur Kapitale ernannt wurde. Trotzdem ist Rio de Janeiro die bekannteste Stadt des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Der Tourismus hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, aber auch produzierende Industrie ist in der Stadt beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Stadt mit den typischen Problemen einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile.
Die Hauptstadt Brasília
wurde in den 1960er Jahren innerhalb
von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt.
Sie wurde von Lúcio CostaKubitschek
geplant, Oscar Niemeyer
entwarf die Regierungsgebäude im Auftrag des damaligen Präsidenten. Brasília sollte ursprünglich
als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die
Entwicklung in wichtigen Punkten nicht so voran, wie es die Pläne
vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile
ebenfalls von Favelas geprägt. Heute
hat die Stadt knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa
2,2 Millionen Menschen.
70 % der Bevölkerung Brasiliens lebt in den Großstädten.
Siehe auch: Liste
der Städte in Brasilien

Die höchsten Berge
Zum brasilianischen Hoheitsgebiet gehören auch einige Inseln im Atlantischen Ozean. Die etwa 800 km vor der brasilianischen Küste gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, gehören genauso zum Land wie die ehemalige Sträflingskolonie Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe entfernt ist. Beide liegen auf dem mittelatlantischen Rücken. Vulkanischen Ursprungs sind die Inseln Trindade und Martim Vaz, die zum Bundesstaat Espírito Santo gehören. Das ovalförmige Atoll Rocas erstreckt sich über mehrere Kilometer und wurde aufgrund der außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt als Weltnaturerbe aufgenommen.
Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: Marajó ist etwa 48.000 km² groß (größer als die Schweiz), da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt. Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Rio Araguaia und ist immer noch größer als beispielsweise Jamaika.
Deutschbrasilianer (auf portugiesisch wissenschaftlich: teuto-brasileiro oder germano-brasileiro, umgangssprachlich: alemão ) werden die Einwohner Brasiliens mit deutschen Wurzeln genannt. Die Einordnung kann nach Sprache, Ethnie, Nationalität oder Geburtsort vorgenommen werden und unterscheidet sich je nach verwendetem Kriterium. Deutschbrasilianer leben hauptsächlich im äußersten Süden und Südosten des Landes in den Staaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná, São Paulo und Espírito Santo, sind aber teilweise über das gesamte Land verstreut.
Die Zahl der deutschstämmigen Brasilianer wird meist zwischen 2 und 5 Mio. angegeben (Zahlen schwanken sehr stark). Aufgrund von starker Vermischung von Teilen der Deutschbrasilianer wird angenommen, dass bis zu 12 Millionen Brasilianer zumindest teilweise deutsche Vorfahren haben. Etwa 600.000 Menschen (andere Quellen sprechen von 1,5 Millionen) sprechen Deutsch als Muttersprache (haben aber im allgemeinen auch Portugiesisch als zweite Muttersprache). In Santa Catarina und Rio Grande do Sul stellen Deutschbrasilianer knapp 40 % der Bevölkerung. In einzelnen Städten liegt der Anteil noch deutlich höher.
Deutschbrasilianer sind brasilianische Staatsbürger. Nur eine kleine Anzahl von Personen besitzen die bundesdeutsche oder sonstige Staatsbürgerschaft aus dem deutschen Sprachraum und leben in Brasilien.
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Die Angaben über die Zahl der Deutschsprachigen schwanken sehr stark. Mindestens eine halbe Million Personen haben Deutsch als Muttersprache. Viele Deutschbrasilianer verstehen Deutsch mehr oder weniger gut, benutzen aber Portugiesisch als Alltagssprache. Der überwiegende Anteil der Deutschbrasilianer spricht kaum noch die Sprache der deutschen Vorfahren.
In Brasilien werden verschiedene deutsche Dialekte gesprochen, so z. B. Riograndenser Hunsrückisch, Plautdietsch und Schwäbisch. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Anteil der Deutschsprecher weitaus höher. Mit der Politik des Estado Novo (1937–1954) wurde in Brasilien eine Nationalisierungskampagne durchgeführt und der Assimilierungsprozess gefördert. Als Brasilien auf der Seite der Alliierten in den Krieg eintrat, verschlechterte sich die Situation der deutschsprachigen Bevölkerung weiter, da antideutsche Politik betrieben und die deutsche Sprache verboten wurde. Obwohl das Verbot nicht sehr lange galt, war es doch sehr wirkungsvoll, so dass heute Deutsch meist nur noch im Familien- und Freundeskreis gesprochen wird.
| Jahrzehnt | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nationalität | 1824–47 | 1848–72 | 1872–79 | 1880–89 | 1890–99 | 1900–09 | 1910–19 | 1920–29 | 1930–39 | 1940–49 | 1950–59 | 1960–69 |
| Deutsche | 8.176 | 19.523 | 14.325 | 18.901 | 17.084 | 13.848 | 25.902 | 75.801 | 27.497 | 6.807 | 16.643 | 5.659 |
Zu den Deutschbrasilianern werden die Nachkommen ehemaliger muttersprachlich deutsch sprechender Einwanderer (ethnische Deutsche), zumeist aus dem früheren und heutigen mitteleuropäischen deutschen Sprachraum (Deutschland, Österreich, Deutschschweiz, usw., aber auch Russlanddeutsche, gezählt.
Aufgrund der zunehmenden Assimilation gehen die deutsche Sprache und Kultur in Brasilien langsam aber stetig zurück. Allerdings fließen einzelne Teile der Kultur durch Assimilationsprozesse in die brasilianische Gesellschaft mit ein. Am Bekanntesten ist wohl das Oktoberfest in Blumenau, welches außerhalb Bayerns das größte derartige Fest ist und das zweitgrößte Volksfest in Brasilien nach dem Karneval in Rio sein soll. Aber auch die heute starken Wirtschaftsbeziehungen zwischen Brasilien und Deutschland sind zu einem nicht unbedeutenden Teil auf historische Beziehungen der Deutschbrasilianer mit ihrem ehemaligen Mutterland zurückzuführen.
Heute ist eine zunehmende Vermischung besonders mit Nachfahren anderer europäischer Auswanderer (Portugiesen und Italiener) festzustellen. Insbesonders protestantische Deutschbrasilianer versuchen noch ihr deutsches Erbe teilweise zu bewahren.