3. Geschichte des Landes
Buenos Aires 1536

Vom Mittelalter zur Neuzeit
Bis zur Vereinnahmung durch das
expandierende Inkareich im 13. und 14 Jahrhundert war Argentinien
im Bereich der weitläufigen Pampas von Nomadenkulturen besiedelt,
während die sesshaften Volksstämme im Nordwesten des heutigen
Staatsgebietes bereits Land- und Viehwirtschaft betrieben. Auch in der
Architektur waren letztere sehr weit entwickelt, wovon z.B. die
Befestigungsanlagen von Quilmes in der Provinz Tucumán zeugen. Gegen
Ende des 15.Jahrhunderts hatte sich das Inkareich bis in den Norden der
heutigen Provinz Mendoza ausgedehnt und dort die Quechuasprache sowie
das bautechnologische Wissen importiert. Santiago del Estero wird als
Grenze ihres Einflussbereichs angesehen. Die viel weiter östlich in den
Wäldern lebenden Guarani und mit ihnen verwandte Stämme waren vom
Einfluss der Inka nicht betroffen und konnten ihre Kultur erhalten.
In das Gebiet der Pampas rückten von Südwesten her die Araukaner und
Puelches sowie die Steppenvölker der Tehuelches vor, von denen man noch
bis ins 18.Jahrhundert Reste am Rio de la Plata vorfindet.
Die spanische Kolonialepoche
Als erster Spanier, der argentinischen Boden betreten haben soll, wird
der Seefahrer Juan Diaz de Solis genannt. Dies war im Jahre 1516. Im
weiteren Verlauf des 16.Jahrhunderts drangen die Spanier von zwei
Richtungen in das Land vor: Von Peru aus wurde das nordwestliche Gebiet
erobert, während von den bereits gegründeten Niederlassungen am Rio de
la Plata, u.a. auch Buenos Aires, der Osten in Angriff genommen wurde.
Der gesamte Süden blieb zu jener Zeit noch verwaltungsmäßig außer
Betracht, gehörte jedoch zum Anspruchsgebiet der Spanier. Wie auch die
übrigen spanischen Eroberungen in Südamerika unterstand Argentinien
zunächst und für lange Zeit dem spanischen Vizekönigreich Peru, das von
Lima aus regiert wurde. Im Laufe des 18.Jahrhunderts spaltete man von
diesem die Vizekönigreiche Granada für den Norden (1717) und Rio de la
Plata für den Süden (1776) des Kontinents ab, so dass nun drei
Königreiche vorhanden waren. Das südliche umfasste außer Argentinien
noch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay. Seine Hauptstadt wurde
Buenos Aires. Der Stadt wurde ein eigenes Handelsrecht übertragen, die
u.a. auch zu einem baldigen Entstehen eines neuen argentinischen
Nationalbewusstseins führte. Diesem ist es letztlich zu verdanken, dass
zwei Versuche Englands (1806 und 1807), Buenos Aires zu besetzen,
fehlschlugen, weil sich die Bevölkerung massiv dagegen zur Wehr setzte.
Das dadurch erstarkte Nationalbewusstsein führte dazu, dass der
Verwaltung des Vizekönigreichs mehr und mehr Rechte mit dem Ziel einer
eigenen argentinischen Verwaltung abgetrotzt wurden. Vorkämpfer für
diese Entwicklung waren Bürgervereinigungen, also Bürgeninitiativen,
mit der Bezeichnung "Cabildos Abiertos" (offene Gemeinderäte).
Der Nationalstaat entsteht
Der Unabhängigkeitskrieg der USA und die Französische Revolution lagen
noch nicht allzu lange zurück, da griffen die neuen liberalen Ideen
auch nach Südamerika über. Am 25.Mai 1810 wurde erstmalig in Buenos
Aires die Unabhängigkeit Argentiniens von Spanien erklärt. Als General
San Martin und Simón Bolivar in die darauf folgenden
zwischenstaatlichen Streitigkeiten eingriffen, verschoben sich die
politischen Grenzen der südamerikanischen Staaten und das
übriggebliebene Vizekönigreich des Rio de la Plata erklärte sich am
9.Juli 1816 für unabhängig. Danach gab es erneut Streit. 1825 spaltete
sich Bolivien, 1828 Uruguay von Argentinien ab. Innerhalb des Landes
gab es Konflikte zwischen Unitariern und Föderalisten um die
Organisationsform des neu entstandenen Staates. 1837 kämpfte
Argentinien zusammen mit Chile gegen die Union, die sich zwischen Peru
und Bolivien gebildet hatte.
1829 bis 1852 herrschte der Diktator Juan Manuel de Rosas und zwang
liberale Politiker ins Exil. Diesen stürzte General José de Urquiza und
übernahm die Macht. Die Provinzen verabschiedeten 1853 eine
republikanische Verfassung, aber Urquiza verweigerte ihnen die
Anerkennung. Nach weiteren innerstaatlichen militärischen
Auseinandersetzungen zwischen dem General und den Provinzen wurde 1862
der liberale Bartolomé Mitre durch die Nationalversammlung zum ersten
Präsidenten gewählt. Sechs Jahre später folgte ihm Domingo Sarmiento.
1865 bis 1870 bekämpfte eine Allianz aus Argentinien, Brasilien und
Uruguay - die sogenannte Tripel-Allianz - den Staat Paraguay und
unterwarf es unter der Führung des Generals Roca. Zum Dank wählte man
ihn 1880 zum neuen Präsidenten Argentiniens. Jetzt war auch der
Zeitpunkt gekommen, Buenos Aires offiziell zu dem zu machen, was es
schon lange verdient hatte: Hauptstadt Argentiniens.

General Roca
Scheinbare Demokratie
Zwischen 1880 und 1929 erlebte Argentinien durch lebhaften Im- und
Export sowie eine verstärkt einsetzende Einwanderung aus Übersee einen
wirtschaftlichen Aufschwung.
Obwohl nach außen hin mit dem Begriff "Demokratie" dekoriert, herrschte
eine Oligarchie aus Großgrundbeseitzern und Vermögenden, für die die
Regierung Roca ein ausgeklügeltes Wahlbetrugssystem bereitstellte. Auf
diese Weise kamen nur diejenigen Wählerstimmen zur Wirkung, die mit dem
oligarchischen System konform gingen. Schon bald entstand Unwillen in
der Bevölkerung, und eine Gegenbewegung wurde ins Leben gerufen: die
Unión Civica (Bürge.runion). Man machte ihr zähneknirschend einige
Zugeständnisse, nachdem sie gewaltsame Unruhen hervorgerufen hatte.
In den ersten Jahren des 20.Jahrhunderts bildete sich so etwas wie eine
politische Opposition. Einwanderer gründeten Gewerkschaften und unter
den Deutschen entstand eine sozialistische Partei. Dazu stieß noch die
schon bekannte Bürgerunion. Schließlich gelang es 1912, unter dem
Präsidenten Roque Sáenz Peña die allgemeine Wahlpflicht einzuführen,
womit der Scheindemokratie endgültig der Garaus gemacht wurde.
Echte Demokratie und Krise
Die neuen Wahlgesetze machten einen Regierungswechsel möglich und so
kam 1916 Hipólito Yrigoyen von der Unión Civica Radical an die Macht.
Man merkte, dass das Volk aufgewacht war und verhandelte sowohl mit den
Gewerkschaften als auch mit der neu entstandenen
Studentenbewegung, um eine nationale Übereinkunft zu erlangen. Die
frühkapitalistischen Strukturen jedoch riefen weiterhin blutige
Arbeitskämpfe hervor (Buneos Aires 1919, Patagonien 1921/22). Nach
einem kurzen Zwischenspiel des Präsidenten Marcelo de Alvear kam 1928
Yrigoyen erneut an die Macht. Die Weltwirtschaftskrise brachte den
demokratische gesinnten Präsidenten 1929 in arge Schwierigkeiten, und
konservative Kreise stürzten ihn 1930 in einem Militärputsch. Der
General José Félix Uriburu stellte die alte "Ordnung" wieder her, auch
wenn er die inzwischen neu errungene Demokratie beibehalten musste.
1932 wurden allgemeine Wahlen abgehalten, aus denen Agustin Pedro Justo
als Sieger hervorging. Wieder kam Wahlbetrug auf, um das konservative
Lager an der Regierung zu halten.
Die aus den bodenlosen Spekulationen der Börse entstandene weltweite
Wirtschaftskrise zwang Argentinien, neue Wege einzuschlagen, um seine
Wirtschaft zu sichern. Was aus dem Ausland nicht mehr hereinkam,
Technologie und Maschinen, musste man nun selber herstellen.
Die 1930er Jahre werden auf Grund der starken Auseinandersetzungen
zwischen den rechtsgerichteten und den linken Parteien als die "decada
infame" (berüchtigte Dekade) bezeichnet. Roberto Maria Ortiz, der als
Präsident zwischen 1938 und 1942 regierte, versuchte, der Demokratie
auf die Beine zu helfen, letztlich aber erfolglos. Ramón Castillo
kehrte zu den alten Zuständen zurück und zog sich den Unwillen von Volk
und Militär zu, in dem er die Politik der Alliierten im Zweiten
Weltkrieg unterstützte.
Durch einen Militärputsch wurde Castillo 1943 entmachtet. Die "braunen"
Generäle setzten sich 1946 endgültig als Regierungsmacht durch. Dennoch
blieb das Land während des Krieges neutral und es gab weiterhin
Unterstützung für die alliierten Mächte.
Ein gewisser Juan Peron, seines Zeichens Arbeitsminister, stieg unter
der Militärregierung wegen seiner durchtrieben-positiven Politik
gegenüber den Gewerkschaften zu einer Art Volksheld der Arbeiter auf.
Aber es entstand eine Oppositionsbewegung gegen das Militär und für ein
Umsteuern in Richtung Demokratie. Damit war auch Peron erledigt und
wurde verhaftet. Erneute und weitere Demonstrationen für die Demokratie
bewirkten jedoch, dass die Militär unsicher wurde. Es gab weiterhin und
vermehrt Massendemonstrationen für Peron, so dass dieser aus der Haft
entlassen wurde. Populär wie er war, schaffte er es schließlich, die
Lage zu entspannen, in dem er allgemeine freie Wahlen ausschreiben
ließ. Die Epoche des Peronismus hatte begonnen.
Juan Peron
Die Ära Peron
Nach knappem Wahlsieg
begann Peron, wichtige Bereiche der Industrie zu verstaatlichen und an
Stelle des Imports von Konsumgütern diese im Land selbst produzieren zu
lassen. Seine Frau Eva ("Evita") Peron gestaltete die neue Politik
nicht unerheblich mit. Dadurch, dass er 1949 die Verfassung änderte,
schuf er für sich selbst eine zweite Präsidentschaftsperiode. Obwohl
nach außen hin demokratisch, gab es de facto eine "Demokratur", in der
zwar Parteien und freie Wahlen zugelassen, diese jedoch durch die
Kontrolle von Gewerkschaften und Medien durch Peron politisch gelähmt
waren.
Schon in der ersten Regierungszeit Perons erlebte das bis dahin
agrarisch geprägte Argentinien eine rasante Industrialisierung und
ökonomische Blütezeit mit sozialem Wohlstand. Überall sah man die
weggeworfenen Reste von Fleischmahlzeiten in den Mülltonnen und
Abfalleimern und niemand störte sich daran. Diese Zeit der
Verschwendung sollte nie zurückkommen. Noch heute erinnert man sich an
Perons Ausspruch, dass von den Essensresten einer argentinischen
Familie fünf europäische Familien überleben könnten. Nun - Argentinien
hatte sich nicht am Krieg beteiligt und war folglich von den
Konsequenzen verschont geblieben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden in Argentinien viele ehemalige
Nazipolitiker Zuflucht. Namen wie Eichmann und Mengele sind die
bekanntesten Beispiele. Viele Unbekanntere unter ihnen sind nicht
genannt und blieben möglicherweise bis heute unentdeckt.
Durch einen Militärputsch endete Perons Regierungszeit 1955 abrupt,
nachdem schon zuvor die Großgrundbesitzer, das konservative, liberale
und nationalistische Lager sowie die katholische Kirche Pläne gegen
Peron geschmiedet hatten. Peron ging ins Exil, war aber weiterhin bei
den Volksmassen beliebt und blieb von dort einflussreich.
Epoche der Unsicherheit
Der Konflikt zwischen drei große Interessengruppen bestimmte nun eine
Zeit der Unstabilität und Unsicherheit: Nationalpopulisten, Liberale
und Entwicklungspolitiker. Mit unterschiedlichen Modellen zur
Wirtschafts- und Industriepolitik wollten sie dem beginnenden Abstieg
der Wirtschaftskraft und der Unternehmensgewinne begegnen. Aber
Putschpräsident Lonardi wurde noch im Jahr des Putsches von Präsident
Aramburu abgelöst, der wesentliche Teile der alten Verfassung von 1853
wieder ins Leben rief.
Schließlich wurden 1958 Wahlen abgehalten, die der
Entwicklungspolitiker Frondizi von der UCRI gewann. Seine 'Unbeugsame
Radikale Bürgerunion' erhielt Unterstützung aus den verschiedensten
politischen Lagern.
1962 putschte das Militär erneut und beendete damit Frondizis Amtszeit.
Es wurden ihm Sympthien für das peronistische Lager unterstellt. An den
1963 erfolgenden Wahlen wurden Peronisten und Kommunisten
ausgeschlossen. Der Nicht-Peronist Illia von der neuen 'Radikalen
Bürgerunion des Volkes' (UCRP) vereinte die meisten Stimmen auf sich,
zweitstärkster wurde Frondizi von der UCRI und der Rest verteilte sich
auf 47 (!) weitere Parteien. Seine nationalistische Wirtschaftspolitik
passte nicht so recht zu seinem sonstigen eher nüchternen und
unpopulistischen Regierungsstil und respektierte demokratische
Strukturen. Dennoch blieben die Gewerkschaften den Ideen ihres alten
'Führers' Peron treu.
Die Wirtschaftslage verschlechterte sich weiter. Arbeiteraufstände
sowie Erfolge der Peronisten bei Nachwahlen führten 1966 zu einem
weiteren Militärputsch. Diesmal stand General Juan Carlos Ongania an
dessen Spitze. Er löste Illia als Präsident ab. Seine Diktatur erklärte
das Parlament für aufgelöst und verbot auch die Parteien. Er machte da
weiter, wo Frondizi aufgehört hatte. Seine von 'Experten' geleitete
industrielle Entwicklungspolitik steuerte einen eindeutig
wirtschaftliberalen Kurs und holte die multinationalen Konzerne ins
Land. Die Ruhe hielt nicht lange, denn bald erhoben sich Arbeiter und
Studenten gegen das Regime. Die Gewalt eskalierte und 1969 wurde der
peronistische Gewerkschaftsführer Augusto Vandor von linken
peronistischen Guerillakämpfern ermordet. Damit wollten diese den
politischen Kurs der peronistischen Bewegung auf ihre Ziele umsteuern.

De Gaulle und Illia
Unruhen,
die in Cordoba und Rosario entstanden, beendeten Onganias
Präsidentschaft. Auch sein Nachfolger Levingston musste 1971 nach
kurzer Zeit durch erneute Unruhen den Stuhl freimachen.
In dieser Zeit bekamen landesweit die Guerillaorganisationen Zulauf,
teilweise von denStudenten unterstützt: Montoneros, ELN, ERP.
Der nachfolgende Präsident Lanusse bemühte sich um die
Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse, geriet aber in
Konkurrenz zu dem noch im Exil lebenden Peron. Protestaktionen und
Gewalt nahmen ihren Lauf. Schließlich gewannen Anfang 1973 die
Peronisten die Wahl und ernannten Campora zum Präsidenten. Er
signalisierte im Voraus seinen Rücktritt im Falle der Rückkehr Perons.
Dies geschah auch, nachdem der Terror von beiden politischen Seiten
eskaliert war. Perons konservative Politik konnte jedoch die
wirtschaftlichen Probleme nicht in den Griff bekommen. Er selbst starb
1974. Seine dritte Ehefrau Isabel übernahm das Präsidentenamt,
vermochte aber ebensowenig, etwas an der schlechten wirtschaftlichen
Sitauation zu ändern. Auch der Terrorismus keimte erneut auf. Der
Terrorbrigade Alianza Anticomunista Argentina (AAA) wird angelastet,
für das "Verschwinden" und den Mord von Oppositionellen und Linken
verantwortlich zu sein.
Schreckensherrschaft des Militärs
Die Folge war, dass im März 1976 das Militär an die Macht zurückkehrte.
Jorge Rafael Videla, der mit den Liberalen kooperierte, leitete einen
"Prozess der nationalen Reorganisation" ein. Im Zuge dieses Prozesses
sollte sich Argentinien wieder auf alte, konservative Ideale besinnen
und erst danach zur Demokratie zurückfinden. Unter Wirtschaftsminster
de Hoz ging man auf einen neoliberalen Wirtschaftskurs, der jedoch nur
die ausufernde Inflation in den Griff bekam, ansonsten aber der
Jahrzehnte zuvor aufgebauten argentinische Industrie durch einen
nationalen Ausverkauf einen schweren Schlag versetzte.
Die Militärregierung lud sich schwere Schuld auf, in dem sie über 2000
Menschen ermorden und 10.000 verhaften ließ. Insgesamt verschwanden in
dieser Zeit zwischen 20.000 und 30.000 Menschen spurlos. Man nennt sie
"Desaparecidos" (die Verschwundenen).
Seit 1977 kommen die Mütter der Verschwundenen auf der Plaza de Mayo
zusammen, um dort zu protestieren und Aufklärung zu erreichen.
***
(Kommentar Ulrich F. Sackstedt)
Man erkennt daraus:
Argentinien tat sich schwer mit der Demokratie und der Wirtschaft.
Immer wieder stießen die mächtigen Interessengruppen aufeinander,
rangen um Vorteile und Vorherrschaft und bewirkten dennoch nur erneute
Konflikte, ohne praktikable Lösungsmodelle bereit zu haben. Ideologien
von rechts wie von links halfen nicht weiter. Der große Gegensatz
zwischen den breiten Schichten der Bevölkerung und der Klasse der
Unternehmer und Großgrundbesitzer, welche die wirtschaftliche Macht des
Staates nach innen wie nach außen bilden, prägt bis heute die
politische Problematik Argentiniens. Schade war, dass sich die
politische Klasse immer wieder vor diesen oder jenen Wagen der
verschiedenen Interessengruppen spannen ließ und sich nicht stark genug
von den großen Idealen der Demokratie und einer sozial abgefederten
Marktwirtschaft leiten ließ. Kurzfristiges politisches Denken bringt
zwar persönliche Vorteile, dient aber nicht der Gemeinschaft.
Bleibt zu hoffen, dass die jüngsten Entwicklungen auf dem
globalisierten Markt den Unternehmern Argentiniens ebenso wie den
Arbeitnehmern neue Chancen geben, ihre Kreativität und Schaffenskraft
unter Beweis zu stellen. Die Flucht des großen Geldes ins Ausland half
bisher immer nur den Reichen. Das in Argentinien erwirtschaftete
Kapital gehört jedoch ins Land und nicht dorthin, wo es den
größtmöglichen Zins erbringt. Erst dann kann es fruchtbringend in den
Kreislauf der Nation zurückfließen.
Dies gilt in gleicher Weise auch für andere Länder Südamerikas und der ganzen Welt.
***
Auf die neueren politischen Entwicklungen seit den 80er Jahren soll
hier nicht mehr eingegangen werden, da dies zur jüngsten Zeitgeschichte
zählt und nicht Aufgabe des historischen Rückblicks ist.
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