Argentinien

  


1. Statistische und geografische Fakten
Einwohnerzahl: ca. 36 Millionen
Fläche: 2.77 Mill. km²
Hauptstadt: Buenos Aires (ca. 10 Mill. Einwohner)
Staatsform: Bundesstaat (mit Provinzen) und Republik seit 1853
unabhängig von Spanien seit 1816 (durch General José de San Martin)
Bodenschätze: Erdöl, Erdgas, Kohle, Edelmetalle
Wirtschaftsgüter: Rindfleisch, Wein, Wolle

Geografie:
Tango auf der Straße in BA

2. Was ist für Touristen sehenswert?

Sehenswürdigkeiten bietet Argentinien außer seiner gigantischen Hauptstadt Buenos Aires bei seiner Größe eine Unmenge. Schon allein die verschiedenen Landschaften sind Reiseziele an sich: Die unermesslichen Pampas (eigentlich "Wiesen"), feuchte und grüne findet man im Norden sowie trockene, gelbe, spärlich bewachsene weiter im Süden des Landes. Der trocken-heiße Buschwald des Chaco ganz im Norden, die heiß-trockenen Weinbaugebiete am Rand der Anden bei Mendoza, die Anden selbst, die feuchten grünen Waldgebiete in den Flussgebieten des Parana und Paraguay in der Provinz Corrientes (eigentlich "Strömungen").
Besondere Erwähnung sollen die Denkmäler des UNESCO-Weltkulturerbes finden, nämlich
Los Glaciares
Dieser Gletscherpark ("Parque Nacional Los Glaciares") liegt in der Nähe der touristisch geprägten, aufstrebenden Stadt El Calafate. Mit einer Ausdehnung von 6000 km² umfasst er 14 kalbende Hauptgletscher Patagoniens, die sich dort in türkisfarbene Seen ergießen.
Die Szenerie wird eingerahmt von gewaltigen Bergmassiven, die von dem berühmten Fitzroy-Massiv beherrscht wird.
   
Cueva de los manos
 
Cueva de los Manos

Diese "Höhle der Hände" finden wir in Patagonien, 160 km südlich des Ortes Perito Moreno, in der Schlucht des Rio Pinturas. Es sind Darstellungen aus der Steinzeit, ca. 9000 bis 13000 Jahre alt, die unter Felsüberhängen und in den Höhlen abgebildete menschliche Hände und Jagdszenen zeigen. Unter anderem wurden von den frühen Jägern und Sammlern dieser Gegend auch Guanacos dargestellt.

Jesuitenkloster Estancia de Cordoba

Der Jesuitenblock
Im Zentrum der früheren Jesuitenprovinz von Paraguay in Córdoba gelegen, bildet der Jesuitenblock das Herzstück der Gebäude des einstigen jesuitischen Systems: die Kirche, die Universität, das College und die Wohngebäude der Jesuitengesellschaft. Dazu gehören auch noch eine Reihe von Estancias für die Versorgung mit Lebensmitteln. Alles in allem eine Mischung von Häusern für religiöse und für weltliche Bestimmungen. Dieses beeindruckende jesuitische Kulturexperiment hatte im 17ten und 18ten Jahrhundert für etwa 150 Jahre Bestand.

Quebrada de Humahuaca
Ganz im Norden Argentiniens liegt ein geologisch-mineralogisches Juwel, das Bergmassiv "Quebrada de Humahuaca"
( = Schlucht von H.). Auf der Strecke zwischen den Städten Salta und La Quiaca (Grenze zu Bolivien) passiert man sie bei San Salvador de Jujuy beginnend bis zum Ort Humahuaca, der ihr den Namen gab. Rot, orange, gelb und grün geben dieser Sierra ihr Gepräge.

Die Halbinsel Valdez
Das ganze Gebiet bei der Halbinsel stellt eines der weltweit wertvollsten Biotope dar, da hier eine Reihe von Meeresgroßsäugern ihre Aufzuchtgebiete haben.
Zusammen mit der sich anschließenden Küstenlinie nördlich von Puerto Madryn umschließt die Peninsula Valdez den Golfo Nuevo, den "neuen Golf". Mit 3600 km² ist sie die größte Halbinsel Argentiniens. Die schmalste Stelle bildet mit nur 35 km Breite die Landenge "Istmo Argentino".
An der Punta Norte ( = Nordspitze) besteht besonders in der Zeit von Oktober bis November die Möglichkeit, See-Elefanten bei ihrem Treiben zuzusehen.
An der Punta Loma gibt es eine Kolonie von mehreren hundert Seelöwen zu besichtigen.
Die Punta Piramide nahe bei der Ansiedlung Puerto Piramide, beherbergt eine Großkolonie (mehr als 1000) von Seelöwen. Hier findet man aber auch die Brutgebiete vieler bekannter Seevogelarten.
An der Punta Delgada ( = schmale Spitze) leben sowohl See-Elefanten als auch Seehunde.
An der Punta Tombo, weiter südlich gelegen, befindet sich die größte Magellanpinguin-Kolonie der Welt. Dezember und Januar ist die beste Zeit, diesen einmaligen Lebensraum zu besuchen, ab März ist er jeweils gesperrt.

Der Nationalpark Iguacú
In der Nordostecke Argentiniens, an der Grenze zu Brasilien gelegen, dehnt sich diese größte Kaskadengruppe Südamerikas in einem Halbkreis mit einem Durchmsser von 2700 Metern aus. Diese Stelle liegt 24 km hinter dem Zusammenfluss des Rio Paraná mit dem Rio Iguacú. Das Wasser aus 275 einzelnen Fällen stürzt hier eine Basaltschwelle des Paraná-Plateuas 73 Meter in eine enge Schlucht hinab und versorgt durch den ständigen Gischt die gesamte nahe und weitere Umgebung mit "Dauerregen", der zu einem enormen Wachstum subtropischer Gewächse und einer daraus resultierenden vielfältigen Tierwelt führt. In der Regenzeit schwellen die Wassermassen oberhalb der Fälle auf eine Breite von 4 km an, in der Trockenzeit schrumpfen sie auf zwei Zuflüsse von je 730 Metern. Beeindruckend sind die ständig vorhandenen Regenbögen.

Felsformation Ischigualasto

Ischigualasto
Im Nordwesten Argentiniens, nordöstlich in der Provinz San Juan gelegen, heißt dieses Gebiet wegen seiner absoluten Trockenheit auch Valle de la Luna (Tal des Mondes). Der nächste größere Ort heißt San Agustin de Valle Fertil. Gemeinsam mit dem benachbart liegenden Nationalpark Talampaya wurde es im Jahre 2000 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Wir begegnen hier einer Fülle ungewöhnlicher, durch Wind- und frühere Wassererosion geschaffener Gesteinsformationen, die oft an Objekte unserer modernen Zivilisation und Umwelt erinnern (Pilze, Kugeln, Bocciabahn, U-Boot,...) Weiterhin ist dieser Nationalpark auch archäologisch interessant. Überreste von verschiedenen Saurierskeletten und anderen Echsenarten sowie ein versteinerter Wald setzen uns hier in Erstaunen. Umgestürzte, versteinerte Baumstämme zeigen so glatte Schnittflächen, dass sich der Gedanke an frühzeitlichen Werkzeuggebrauch aufdrängt, nur dass diese Objekte überhaupt nicht in die Periode des Frühmenschen passen, sondern viel, viel älter sind.

Nahuel Huapi


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