Peru




Mit ca. 28 Mio. Einwohnern und einer Fläche von 1.3 Mio km², also etwa viermal so groß wie Deutschland, ist Peru nicht gerade dicht besiedelt. Das ist auch kein Wunder, stellen doch die klimatischen und geografischen Bedingungen in weiten Teilen des Landes einer Besiedelung beträchtliche Widerstände entgegen. Nehmen wir den nördlichen Teil der Küstenwüste Atacama, die sich von Chile aus noch weit nach Peru hinein erstreckt, oder nehmen wir die kalten Hochgebirgslandschaften der Anden, darin eingelagert die kalten Hochebenen (Altiplanos) oder den feuchtwarmen, mit Tropenkrankheiten drohenden Amazonas-Urwald jenseits der Anden, bleiben nur wenige Gegenden dieses an sich wunderschönen Landes für das Bewohnen nach mitteleuropäischen Maßstäben übrig.
Wie schon angedeutet, unterscheidet man drei Großlandschaften, die sich von West nach Ost wie folgt erstrecken: Costa (Küste), Sierra (Gebirge) und Selva (Regenwald östlich der Anden).
Lima, die alte Hauptstadt des ehemaligen spanischen Vizekönigreichs, ist eine Megastadt, in die es mittlerweile mehr als 8 Mio. Menschen gezogen hat und weitere zieht. Wer ein Stückchen Land am Stadtrand für 24 Stunden "verteidigt", also abzäunt bzw. besetzt hält, bekommt nach dem Gesetz so eine Art Aufenthaltsrecht. Oft sieht man, entlang der Panamericana fahrend, nur eine aus Bastmatten, Karton und Plastikfolie zusammengesteckte provisorische Hütte inmitten eines solchen neuen "claims".
Die Metropole Lima ist seit langem mit seiner Hafenstadt Callao zusammengewachsen und stellt das bedeutendste Zentrum des Landes dar.
Callao war vor noch nicht so langer Zeit der bedeutendste Hafen Südamerikas und ist auch heute noch einer der wichtigsten. Hier findet man Schiffe und Container aus aller Welt, hier werden Zucker, Kaffee, tropische Früchte und diverse Bodenschätze nach Übersee verladen, früher auch der berühmt gewordene Guano (Vogeldung von den vorgelagerten Inseln) und hier kommen Maschinen, Elektronikgeräte, Kleidung und einiges an Konsumgütern mehr aus Nordamerika und aus Asien an, die sich jedoch nur eine relativ kleine Zahl von Peruanern leisten können, denn die Armut des Landes ist groß und der Hunger nach Einkommens- und Bildungsgerechtigkeit unter den sozialen Gruppen ebenfalls. So verwundert es nicht, daß eine Reihe internationaler Hilfsorganisationen hier ihre Zelte aufgeschlagen haben, um wenigstens ansatzweise dort Hilfe zu leisten, wo die Not am größten ist.


                                Lima - Stadtteil Miraflores
                                                                                                                                                              Steilküste am Pazifik

Lima
Was gibt es in Lima zu sehen?
Hier bieten sich zunächst einmal die alten Kulturdenkmäler aus oder im Stile der spanischen Besatzungszeit (conquista) an. Die alte Kathedrale, das Denkmal des Befreiers General San Martin, die Plaza de Armas, viele alte Gebäude, das archäologische Museum. Besonders letzteres besticht durch seine umfangreiche Sammlung von Artefakten aus den verschiedenen frühen Besiedelungsepochen (Inka, Chimu, Nazca, u.a.)
Ein Gang durch die Fußgängerzone der City zeigt den typischen Charakter einer Großstadt wie überall auf der Welt. Vor dem Regierungsgebäude steht ein gepanzerter Polizeiwagen - ähnlich einem kleinen Schützenpanzerwagen. Die eingleisige Bahnstrecke, die einzige von Lima aus, folgt dem Tal des Rio Rimac in die Anden hinauf und geht bis Huancayo.

Sehenswuerdigkeiten in Lima (Zentrum)
  • Plaza Mayor - Palacio de Gobierno - Congreso Municipalidad (Rathaus von Lima) - Palacio Arzobispal (erzbischöflicher Palast)
  • Miraflores - erste Adresse für den Touristen, modernes Stadtvierte, am Pazifik angrenzend,
  • Casa Aliaga
  • Fortaleza Real Felipe (Militärisches Fort mit kl. Panzermuseum)

Kirchen und Kathedralen

La Catedral, Cathedral San Francisco, Basilica de San Pedro, Iglesia de San Augustin, Iglesia de la Merced, Iglesia de San Marcelo, Convento San Francisco

Museen in Lima
Museo nacional de arqueologia, antropologia e historia del Peru, Museo de la nacion ( Museum der Nation), Museo de oro del Peru  (Goldmuseum), Museo de la Inquisicion (Geschichte, Folterwerkzeuge...), Museo de Arte (Kunst), Museo de Arte Italiano (ital.Kunst)
Museo arquelogico Rafael Larco Herrera, Museo Historico de Militar  (im Fortaleza Real Felipe, Callao)
El Submarina, ein im Wasser schwimmendes Museeums-U-Boot
Museo de Arte religioso de la Catedral  (Museum der religiösen Kunst der Kathedrale von Lima), Museo de Profundis

Sonstiges

Shopping, einkaufen, Sehenswuerdigkeiten  und Restaurants in Lima
Jockey Plaza Mall  (Einkaufszentrum)
Larco Mar:  Shoppingcenter am Strand von Miraflores in der Nähe von Rosa Nautica
Rosa Nautica:  Restaurant am Strand (auf einer schmalen Landzunge gelegen)
Tarata  Boulevard: (Miraflores Lima)
Olivar de  San Isidro


Die Region Ica

Traurige Berühmtheit erlangte die Region Chincha, Pisco, Paracas, Ica durch das kürzlich passierte starke Erdbeben.
Dadurch wurden am 15./16.August 2007 mehr als 510 Personen getötet und 1.600 verletzt.

Die Städte Ica, San Vicente de Cañete und Chincha Alta waren am stärksten betroffen, aber auch im weit entfernten Iquitos, Pucallpa, Contamana, Trujillo, Cajamarca und der Hauptstadt Lima wurden Schäden verzeichnet. In Ica wurden 17 Personen in einer Kirche getötet und über 70 erlitten Verletzungen, als diese während einer katholischen Messe anlässlich des Feiertages Mariä Himmelfahrt einstürzte.
In Pisco, etwa 260 km südöstlich von Lima gelegen, beklagte man allein mehr als zweihundert Tote. Die Stadt wurde zu 80 Prozent zerstört und mehr als 85.000 Häuser waren betroffen.
Ein Nachbeben von der Stärke 5,8 ereignete sich um 19:02 Uhr Ortszeit und hatte sein Epizentrum ca. 100 km nordöstlich von Chincha Alta. Ein weiteres Nachbeben ereignete sich um 19:19 Uhr Ortszeit mit seinem Epizentrum ca. 50 km süd-südwestlich von Ica. Von den über 70 registierten Nachbeben waren noch mindestens ein Dutzend stärker als 5,0 auf der Richterskala.
Mit Hilfe einer Luftbrücke wurden aus Pisco diejenigen Verletzten nach Lima ausgeflogen, die vor Ort nicht behandelt werden konnten.

Ica liegt in einer Flussoase und ist durch seine landwirtschaftliche Produktion berühmt, die die Städte der Umgebung, Lima und sogar überseeische Ziele beliefert. Am Rand der Stadt erhebt sich eine 100m hohe Düne, die auch (mühselig) bestiegen werden kann. Diese Dünen sind für die Küstenwüste typisch und finden sich weiter südlich noch häufiger und ausgedehnter.

Dünen bei Ica

Eine deutsche Forscherin, Maria Reiche, macht sich im vergangenen Jahrhundert einen großen Namen, als sie Jahrzehnte hindurch die riesigen Scharrbilder von Nazca erforschte. Nachdem sie anfänglichen einem anderen Broterwerb nachgegangen war, erregte sie mit ihren Entdeckungen die wissenschaftliche Welt und widmete diesen schließlich ihr ganzes Leben. Interessante Deutungen zu den Scharrbildern gab es später auch durch den Schweizer Erich von Däniken, der diese als Beweise oder zumindest als Hinweise über frühere Besucher aus dem Weltall, sogenannter Astronautengötter, ansah (was sicher im Bereich des Möglichen läge!). Däniken begründete mit seinen unkonventionellen Forschungen und für die herkömmliche Wissenschaft ungewöhnlichen Assoziationen die Populärwissenschaft "Präastronautik". Er durchbrach damit Grenzen der bis dato herrschenden Erklärungsmuster und erntete natürlich einen Sturm der Entrüstung. Dennoch ließ es sich nicht verhindern, dass seine Bücher heute von aufgeschlossenen Lesern weltweit gelesen werden


      

Nazca-Linien



Nachrichten aus Peru

Peru-Spiegel-Mail
September – de
 
Sehr geehrter Herr Ulrich Sackstedt,
nachstehend bieten wir Ihnen kulturelle und touristische Informationen zu Peru an, über die Beziehungen Perus zur deutschsprachigen Welt und zu unseren Aktivitäten. Wir hoffen, dass sie Ihr Interesse finden.
Laura Scarsi und Erwin Dopf
Mail en español
 

Gedenkfeier zum 150. Jahrestag
... der Ankunft der österreichischen und deutschen Gründer von Pozuzo in Callao am 21. Juli 1957 mit Enthüllung eines Denkmals im Ostolaza-Park in La Punta (Callao).

Pozuzo im Verlauf der Geschichte
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen beschreibt Wilfredo Laura die Entwicklung Pozuzos von alters her bis zu den jüngsten Ereignissen.

Die meistgesuchten Konzepte in den vergangen Wochen: • deutsche Firmen in Perú, • peruanische Produkte, • Malteser Peru, • peruanische Botschaft, • deutsch-peruanische Schule, • peruanisches Konsulat, • Explorama, • HansaCafé, • Kindergarten in Lima, • Friseursalon, • Taxi, • Alois Kennerknecht / Ecosilo, • Oktoberfest Peru, ...

Die Entstehung von Oxapampa
Am 30. August 1941, fünfzig Jahre nach der Gründung von Oxapampa, schreibt Enrique Böttcher eigenhändig, wie es zur Gründung Oxapampas kam.

Nascalinien: enträtseltes Geheimnis
In einem internationalen Kongress in Bonn wurden die Ergebnisse eines internationalen interdisziplinären Projektes über die Nascalinien vorgelegt. Das Symposium war vom Deutschen Archäologischen Institut organisiert. DW-World hat Dr. Markus Reindel, den Koordinator des Projektes interviewt.
Interview (in spanisch).

Nationalpark Ichigkat Muja
Ichigkat Muja – «Baum im Gebirge» in der Sprache Awajun – ist der im Gebirgszug «Cordillera del Cóndor» an der Grenze zu Ecuador neu geschaffene peruanische Nationalpark. Mit 915 Tier- und Pflanzenarten beherbergt er eines der reichsten Ökosysteme der Erde.

Hilfe für Erdbebenopfer
Das Erdbeben am 15. August hat in der Umgebung der Städte Cañete, Chincha, Ica und vor allem Pisco südlich von Lima große Schäden angerichtet. Weitergehende Information (in spanisch). Viele staatliche und private Institutionen sorgen sich um Hilfe für die Opfer des Erdbeben, z.B.:
• Die Deutsch-peruanische Industrie- und Handelskammer bittet die deutschen Firmen um Mithilfe beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur in dem vom Erdbeben zerstörten Gebiet. Aktion «Erdbebenhilfe Peru», Kontonummer: 6051700, Bankleitzahl 50040000, Commerzbank Frankfurt, International Private Banking, Kaiserstraße 30, D-60311 Frankfurt.
• Am Sonntag, den 16. September wird in allen Kirchen der Erzdiözese Freiburg eine «Kollekte für Peru» für die vom Erdbeben Geschädigten durchgeführt.

Erdbeben und Tourismus
• In der Stadt Pisco stürzte ein Hotel ein und in Paracas wurde ein anderes Hotel schwer beschädigt.
• Die Straße «Panamericana Sur», die Lima mit dem Süden Perus verbindet, wurde an einigen Stellen beschädigt. Der Verkehr ist allerdings nicht unterbrochen.
• Archäologische Reste zwischen Lima und Ica, wie z.B. Pachacamac, erlitten leichte Schäden.
• Das berühmte Felsengebilde «La Catedral» im Naturreservat Paracas wurde vollständig zerstört.

Hier findet man, was eine schöne Frau noch viel schöner erscheinen lässt!

Am Freitag den 31. August wurde in Curahuasi im peruanischen Departement Apurímac in Anwesenheit der Gattin des peruanischen Präsidenten, Pilar Nores de García, und des Gesundheitsministers, Dr. Carlos Vallejos, das Krankenhaus Diospi Suyana eingeweiht. Erbaut wurde es auf Initiative des deutschen Arztes Klaus-Dieter John und seiner Ehefrau Martina.

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Aus "Redglobe"

Gustavo Espinoza M.: Die Stunde der Massen

Samstag, 28. Juli 2007

Die von der García-Administration geltend gemachten Einschüchterungsmassnahmen - Massenfestnahmen, missbräuchliche Entlassung von Lehrkräften und der Einsatz der Armee an verschiedenen Orten des Landes - sind die natürliche Folge eines eindeutig rechten Konzepts, eines irrationellen gegen das Volk gerichteten Hasses und der Furcht der herrschenden Klasse gegenüber der Präsenz der Massen.
Diese Handlungsweise verfolgt kalt kalkulierend zwei unmissverständliche Ziele:Die Zerschlagung des Widerstands der Bevölkerung, einhergehend mit der Anpassung an das Bildungsmodell der Weltbank und die Botschaft, dass die Regierung entschlossen ist, jeden Preis zu zahlen, um den Willen ihrer GegnerInnen zu unterwerfen. Denn diese sind gleichzeitig GegnerInnen des mit den USA geschlossenen und ratifizierten Freihandelsabkommens (TLC/ ALCA) und stehen der von den Autoritäten in Lima angestossenen Annäherung an Washington im Wege. Dies und ein entschlossener Antikommunismus der korrupten Klasse, die alle politischen Freiheiten dem Diktat des Imperiums unterwirft, charakterisiert die Vorgehensweise des Kabinetts von Del Castillo. Widerstände gegen diese Politik regen sich jedoch auch in den eigenen Reihen des Präsidenten, bei Jugenddirigenten der APRA und an der apristischen Basis. Gerade deshalb kämpft die Regierung, die weiss, dass ihre Machenschaften der Korruption auf Dauer unhaltbar sind, verzweifelt darum Wahlkonkurrenten wie die PAP auszuschalten oder zu spalten.
Der Antikommunismus der peruanischen Regierung macht auch nicht davor halt, die ALBA (die Wirtschaftsassoziation der Andenstaaten) in Bezugnahme auf den venezuelanischen Bolivarismus zu diskreditieren. Die verschiedenen Kerne der Círculos Bolivarianos auf peruanischem Territorium aber haben nichts mit einer vermeintlichen Untergrabung der nationalen "demokratischen Ordnung" gemein. García´s Kampagne wird von der Wirtschaftsrechten und den faschistischen Kernen unterstützt, die hinter den von dem Marine Luis Giampietri hinter den Kulissen geschaffenen Anreizen in Bewegung sind. Giampietri der bedeutende Fäden der Macht in Händen hält, koorperierte eng mit Agustín Mantilla, der seinerseits mit den korruptesten und der Mafia von Fujimori verbundenen Kernen der APRA zusammenarbeitete). Es gibt nur einen Weg dieser Richtung hier und in ganz Lateinamerika entgegenzutreten: den Kampf der Massen; es ist ihre Stunde.

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