von Ph.
M.
Kanarev
(übers. U.Sackstedt)
In den letzten Jahren ist das Interesse
an Wasserstoffenergie gestiegen. Das erklärt sich daraus, dass
Wasserstoff ein unerschöpflicher und umweltfreunldicher Energieträger
ist. Diesen Vorteilen steht jedoch der große Energieverbrauch für
seine Herstellung gegenüber. Die meisten modernen
Elektrolysegeräte verbrauchen 4 kWh pro Kubikmeter dieses Gases. Der
Elektrolyseprozess findet bei einer Spannung von 1.6 bis 2.0 Volt bei
Dutzenden und Hunderten von Ampere statt. Wenn 1 Kubikmeter Wasserstoff
verbrannt wird, kommen dabei 3.55 kWh Energie heraus.
Viele Labors auf der
ganzen Welt beschäftigen sich damit, den Energieverbrauch für die
Wasserstoffproduktion aus Wasser zu reduzieren, aber bis jetzt gibt es
keine bdedeutenden Fortschritte. Ganz nebenbei existiert aber ein
geldsparender Prozess der Zerlegung von Wassermolekülen in Wasserstoff
und Suerstoff bereits in der Natur. Dieser findet bei der Photosynthese
der Pflanzen statt. Dort werden Wasserstoffatome aus dem Wasser
abgespalten und als verbindende Glieder beim Aufbau organischer
Moleküle benutzt, wobei der anfallende Sauerstoff in die Umgebungsluft
abgegeben wird.
Es
ergibt sich nun die Frage: Ist es möglich, einen elektrolytischen
Prozess der Wasserzerlegung in Wasserstoff und Sauerstoff technisch
nachzubilden, so wie er in der Photosynthese stattfindet? Bei der Suche
nach der Antwort auf diese Frage ist man nun auf die einfache Anordnung
einer Zelle gestoßen, in welcher der Prozess bei einer Spannung von 1.5
bis 2.0 Volt zwischen der Anode und der Kathode bei einem
Stromfluß von 0.02 Ampere abläuft.
Die Elektroden dieser Zelle bestehen aus Stahl. Das hilft dabei,
Phänomene zu vermeiden, welche bei der galvanischen Zelle auftreten.
Trotzdem tritt ein Potentialunterschied zwischen den Elektroden von
knapp 0.1. Volt bereits in völliger Abwesenheit einer elektrolytischen
Lösung auf. Gibt man diese dann hinzu, steigt der Potentialunterschied
an. Der Pluspol der Ladung erscheint dann immer an der oberen
Elektrode, der negative an der unteren. Wenn man Impulse aus einer
Gleichstromquelle zuführt, steigt der Gasausstoß an.
Es ist bekannt, dass ein Gramm-Atom der atomaren Masse
des Stoffes äquivalent ist, ein Gramm-Molekül dagegen der molekularen
Masse des Stoffes. So entspricht z.B. das Gramm-Atom von Wasserstoff im
Wassermolekül dem Gewicht von zwei Gramm, das Gramm-Atom des
Sauerstoffatoms dagegen 16 Gramm. Das Gramm-Molekül von Wasser ist dann
gleich 18 Gramm. Die Wasserstoffmasse in einem Wassermolekül ist 2 x
100 / 18 = 11.11%, die Sauerstoffmasse ist 16 x 100 / 18 = 88.89%.
Dieses Massen- bzw. Mengenverhältnis von Wasserstoff zu Sauerstoff
finden wir in einem Liter Wasser. Das bedeutet, dass 111.11 Gramm
Wasserstoff und 888.9 Gramm Sauerstoff in 1000 Gramm Wasser enthalten
sind.
Ein Liter Wasserstoff wiegt 0.09 g, ein Liter Sauerstoff
wiegt 1.47 g. Das bedeutet, dass es möglich ist, 111.11 / 0.09 =
1234.44 Liter Wasserstoff und 888.89 / 1.47 = 604.69 Liter Sauerstoff
aus einem Liter Wasser zu gewinnen. Daraus ergibt sich, dass ein Gramm
Wasser 1.23 Liter Wasserstoff enthält. Der Energieverbrauch für die
Produktion von 1000 Liter Wasserstoff beträgt 4 kWh und für einen Liter
demnach 4 Wh. Da es möglich ist, 1.234 Liter Wasserstoff aus einem
Gramm Wasser zu gewinnen, werden also 1.234 x 4 = 4.94 Wh für die
Wasserstoffproduktion aus einem Gramm Wasser benötigt.