Skandal
in Peru
SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG
30. April 2010
Proteste gegen spanisches Öl-Unternehmen
Demonstranten haben heute in Madrid vor dem Sitz des Öl-Giganten
Repsol YPF protestiert. Der Protest galt den Plänen des
Unternehmens, auf dem Land von unkontaktierten Indigenen in Peru nach
Öl zu suchen. Repsol, welches heute seine Jahreshauptversammlung
abhält, glaubt nicht an die Existenz von unkontaktierten Gruppen in dem
Gebiet.
Vor dem Unternehmenssitz hielten die Demonstranten Plakate mit der
Aufschrift „Repsol: Bedrohung für unkontaktierte Indigene" in die Höhe.
Repsol ist ein spanisch-argentinisches Unternehmen. Es hat angekündigt,
Schneisen
mit einer Gesamtlänge von 454 km in den Regenwald zu schlagen, um
nach Ölvorkommen zu suchen. Außerdem hat Repsol eine Genehmigung für
den Bau von 152 Hubschrauberlandeplätzen in abgelegenen Teilen des
Amazonasgebiets in Peru beantragt. Dort leben mindestens zwei
unkontaktierte indigene Völker.
Repsol behauptet, „den Fall eingehend untersucht und keinen beständigen
Beweis für die angebliche Existenz solcher Gruppen gefunden zu haben".
Tatsächlich gibt es über dreißig unterschiedliche Beweisstücke für die
Existenz der unkontaktierten
Indigenen.
Das Gelände, auf dem Repsol aktiv werden will - bekannt als Lot 39
- liegt im Norden Perus nahe der Grenze zu Ecuador. Ein Team von
Umweltwissenschaftlern hat diese Region kürzlich als eine
der artenreichsten Südamerikas bezeichnet.
Survival
Internationals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Die Arbeit von
Repsol im Norden Perus verletzt die Rechte der unkontaktierten
Indigenen, welche ihnen nach internationalem Gesetz eingeräumt werden
müssen. Repsols Vorgehen spottet zudem der UN Erklärung zu den Rechten
Indigener Völker. Repsol bedroht das Leben von einigen der
verwundbarsten Menschen auf der Erde. Auch seine eigenen Arbeiter setzt
das Unternehmen großer Gefahr aus. Repsol kann in dem Gebiet weder
sicher noch ethisch arbeiten. Wir drängen Repsol dort nicht aktiv zu
werden."
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